Schenkelbruch OP: Wann und warum?
Anders als in Ausnahmefällen beim Leistenbruch gibt es beim Schenkelbruch kein abwartendes Vorgehen (Watchful Waiting). Wegen des hohen Einklemmungsrisikos – die enge Bruchlücke wirkt wie eine Schlinge – sollte nach gesicherter Diagnose zeitnah operiert werden.
Schenkelbruch OP-Verfahren: TAPP als erste Wahl
TAPP – Transabdominelle Präperitoneale Patchplastik
Die TAPP-Methode ist beim Schenkelbruch die bevorzugte Operationstechnik. Über drei kleine Schnitte (einer am Nabel, zwei im Unterbauch) wird die gesamte Leistenregion von innen eingesehen. Das Netz wird zwischen Bauchfell und Bauchwand eingelegt – außerhalb der Bauchhöhle, ohne Kontakt zu den Eingeweiden.
Entscheidender Vorteil der TAPP beim Schenkelbruch: Chirurg*innen sehen von innen sowohl die Leistenregion als auch die Femoralregion unterhalb des Leistenbandes. So kann sichergestellt werden, dass der Schenkelbruch vollständig versorgt wird – und gleichzeitig einen eventuell vorliegenden Leistenbruch auf derselben oder der Gegenseite mitbehandelt werden.
Warum wird beim Schenkelbruch minimalinvasiv operiert?: Die offene Lichtenstein-Operation verschließt die Leistenregion von außen – die Femoralregion unterhalb des Leistenbandes wird dabei nicht zuverlässig erfasst. Mit TAPP oder anderen minimalinvasiven Methoden können Chirurg*innen von innen auch die Schenkelbruchpforte sicher versorgen. Das ist der wichtigste Grund, warum bei Frauen mit Leistenbeschwerden immer minimalinvasiv operiert werden sollte.
TEP – Alternative mit gleich guten Ergebnissen
Die TEP-Methode (Totale Extraperitoneale Plastik) bietet ähnliche Ergebnisse wie die TAPP. Der Unterschied: Die Bauchhöhle wird bei TEP nicht eröffnet. Erfahrene Chirurg*innen wählen das Verfahren, mit dem sie am versiertesten sind – für den Patienten sind die Ergebnisse vergleichbar.
Offene OP – nur in Ausnahmefällen
Eine offene Schenkelbruch-OP wird nur empfohlen, wenn Narkoserisiken eine Vollnarkose ausschließen oder wenn ausgeprägte Verwachsungen durch Voroperationen im Unterbauch gegen einen minimalinvasiven Eingriff sprechen.
Schenkelbruch OP: Was passiert nach dem Eingriff?
Die Erholung nach einer TAPP-OP beim Schenkelbruch ist schnell:
- Ab OP-Tag: Aufstehen, Gehen, Alltagsaktivitäten sofort möglich
- Nach 7–10 Tagen: Wundheilung abgeschlossen – leichter Sport (Schwimmen, Joggen, Radfahren) möglich
- Nach 3–6 Wochen: schwere körperliche Arbeit und Heben über 20 kg wieder erlaubt
Warnsignal / Notfall: Notfall: Bei plötzlich starken Schmerzen in Leiste oder Bauch – sofort 112 rufen. Bei Verdacht auf eingeklemmten Schenkelbruch keine Zeit verlieren.
Schenkelbruch Diagnose & OP: Zusammenfassung
- Dynamischer Ultraschall ist beim Schenkelbruch entscheidend – Tastbefund allein reicht nicht
- Kein Watchful Waiting – zeitnah operieren wegen hohem Einklemmungsrisiko
- Erste Wahl: TAPP bzw. minimalinvasive Techniken, die die Leisten- und Schenkelregion abdecken
- Offene OP nur in Ausnahmefällen
- Schnelle Erholung: Alltag sofort, Sport nach 7–10 Tagen, schwere Arbeit nach 3–6 Wochen

